Quantum-Tech-Digest: US-Finanzministerium will Quanten-Investitionen strenger beschränken, Google startet KI-Wettbewerb für kompaktere Schaltkreise

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

Illustratives KI-generiertes Bild
Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

US-Finanzministerium plant schärfere Beschränkungen für Quanten-Investitionen in Risikostaaten

Das US-Finanzministerium (U.S. Department of the Treasury) hat am 22. Oktober einen Verordnungsentwurf – eine Notice of Proposed Rulemaking (NPRM) – zur Umsetzung des Comprehensive Outbound Investment National Security (COINS) Act vorgelegt, den der US-Kongress als Teil des National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2026 verabschiedet hatte. Im Bereich Quanteninformationstechnologien bleibt das bestehende Verbot von US-Investitionen in betroffene ausländische Unternehmen, die an Quantencomputern und deren kritischen Komponenten, Quantensensorik-Plattformen oder Quantennetzwerken arbeiten, bestehen – künftig soll es auch die Entwicklung von Algorithmen und Anwendungen für Quantencomputer umfassen. Zudem erweitert der Entwurf die Liste der „Countries of Concern“ über China hinaus um Kuba, Iran, Nordkorea und Russland und nimmt High-Performance Computing (Hochleistungsrechnen), Hyperschalltechnik und Biotechnologie als neue Sektoren auf. Stellungnahmen sind bis zum 7. Dezember 2026 möglich; eine finale Regel mit Inkrafttretensdatum folgt später.

Quelle: Fact Sheet des US-Finanzministeriums

Google Quantum AI startet Kaggle-Wettbewerb: KI soll fehlertolerante Schaltkreise verkleinern

Google Quantum AI hat auf Kaggle einen Wettbewerb gestartet, bei dem Teilnehmende mithilfe von KI kleinere, nachweisbar korrekte Quantenschaltkreise kompilieren sollen; das Preisgeld liegt Berichten zufolge bei insgesamt 150.000 Dollar. Drei Benchmarks zielen auf Engpässe nützlicher Algorithmen: eine Phase proportional zur inversen Quadratwurzel für die Plasmasimulation in der Fusionsenergie, ein Reed-Solomon-Decoder für den Optimierungsalgorithmus Decoded Quantum Interferometry sowie eine Quantum Lookup Table (Quanten-Nachschlagetabelle) zur Simulation des Nitrogenase-Kofaktors FeMoCo in der Chemie. Geprüft werden die Einreichungen mit kickmix, einer neuen Open-Source-Bibliothek in Googles Qualtran-Framework, die Schaltkreise klassisch per Fuzz-Testing (zufällige Eingabetests) mit bis zu 60 Milliarden Gattern pro Sekunde auf einem einzelnen CPU-Kern prüft. Nach Angaben von Google schlagen interne Durchläufe mit Gemini-Modellen bereits die besten veröffentlichten Schaltkreise in allen drei Aufgaben.

Quelle: Google Open Source Blog

Oxford-Spinout QuantrolOx sammelt 12 Millionen Euro in Series A ein

QuantrolOx, eine Ausgründung der University of Oxford mit Hauptsitz inzwischen in Finnland, hat 12 Millionen Euro in einer Series A eingeworben. Angeführt wurde die Runde von IW Capital, beteiligt sind außerdem der EIC Fund (Fonds des Europäischen Innovationsrats, European Innovation Council) und Transpose Capital. Das Unternehmen entwickelt hardwareunabhängige Software, die das Tuning und die Steuerung von Qubits per Machine Learning (maschinelles Lernen) automatisiert – aus Sicht des Start-ups derzeit ein Flaschenhals; in veröffentlichten Untersuchungen habe das System Quantenbauteile in unter 70 Minuten abgestimmt. Das Kapital soll in das kommerzielle Wachstum und die Expansion in die USA fließen. Zu den bestehenden Investoren zählt Hoxton Ventures.

Quelle: Tech.eu

D-Wave misst Higher-Order-Topologie in 3D auf bis zu 728 Qubits

Forschende von D-Wave berichten gemeinsam mit Kollegen vom California Institute of Technology (Caltech) und der University of British Columbia (UBC) in einem Preprint, dass sie ein-, zwei- und dreidimensionale Higher-Order Topological Insulators (topologische Isolatoren höherer Ordnung) auf einem supraleitenden analog-digitalen Quantensimulator mit bis zu 728 Qubits realisiert haben. Über den spektroskopischen Nachweis von Randzuständen hinaus rekonstruierte das Team aus Ortsraum-Messungen sogenannte Band-Projektoren und bestimmte daraus topologische Invarianten des Volumens – bis hin zu einem dreidimensionalen Oktupolmoment. Die Autoren sehen darin einen Weg, topologisch geschützte Zustände in programmierbarer 3D-Quantenmaterie zu erzeugen und zu charakterisieren. Die Arbeit ist noch nicht begutachtet (Peer Review).

Quelle: arXiv-Preprint 2610.16046

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.