Quantum-Tech-Digest: Jülich und eleQtron nehmen Deutschlands Ionenfallen-Quantencomputer JION in Betrieb, QC Ware und IonQ erreichen chemische Genauigkeit in der Wirkstoffforschung

Drei Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

Jülich und eleQtron nehmen Deutschlands Ionenfallen-Quantencomputer JION in Betrieb

Das Forschungszentrum Jülich und das aus der Universität Siegen hervorgegangene Spin-off eleQtron haben offiziell den Quantencomputer JION in Betrieb genommen, einen Ionenfallen-Quantencomputer (Trapped-Ion) auf Basis ionisierter Ytterbium-Atome. Anders als supraleitende Prozessoren benötigt Ionenfallen-Hardware keine Kühlung nahe dem absoluten Nullpunkt; JION setzt stattdessen auf eleQtrons firmeneigene MAGIC-Technologie (Magnetic Gradient Induced Coupling), die die bei Ionenfallen-Systemen übliche Laser-Steuerung einzelner Qubits durch statische Magnetfeldgradienten und global angewendete Mikrowellenpulse ersetzt. Das System wird Forschenden und der Industrie über Jülichs JUNIQ-Infrastruktur zugänglich gemacht und direkt mit den Supercomputern des Zentrums für hybride Quanten-Klassik-Workloads verbunden. Das Projekt wird über viereinhalb Jahre mit rund 21 Millionen Euro vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Quelle: Forschungszentrum Jülich

QC Ware und IonQ erreichen chemische Genauigkeit in hybridem Quanten-Workflow für die Wirkstoffforschung

QC Ware und IonQ haben einen hybriden Quanten-Klassik-Workflow für die Chemie demonstriert, der QC Wares Promethium-Plattform mit IonQs Ionenfallen-Quantencomputer Forte kombiniert, zugänglich über den Cloud-Dienst Braket von Amazon Web Services (AWS). Der Workflow modellierte das Häm-Zentrum von Cytochrom P450nor, einer Stickoxid-Reduktase aus derselben Proteinfamilie, die für den Großteil des menschlichen Arzneistoffwechsels verantwortlich ist, und berechnete dessen elektrostatische Wechselwirkungsenergie mit einer Abweichung von rund 4 % gegenüber klassischen Referenzwerten – komfortabel innerhalb der Schwelle von 1 kcal/mol, die als „chemische Genauigkeit“ gilt, und mehr als doppelt so präzise wie klassische Standardverfahren (Mean-Field-Methoden). Die Unternehmen sehen darin einen Ansatz, um Wirkstoffkandidaten besser einzustufen und Stoffwechselrisiken früher im Entwicklungsprozess zu erkennen.

Quelle: PR Newswire

RIKEN setzt auf QunaSys-Software zur Anbindung von Japans Supercomputer Fugaku an Quantenhardware

Das RIKEN Center for Computational Science hat QURI SDK Enterprise, eine Unternehmenssoftware des in Tokio ansässigen Anbieters QunaSys, als zentrale Softwareschicht für Japans nationales JHPC-quantum-Projekt übernommen. Finanziert von der NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) unter der Aufsicht des METI (Ministry of Economy, Trade and Industry, japanisches Wirtschaftsministerium), verbindet die Integration den Supercomputer Fugaku und den neuen GPU-Cluster ROQUO mit lokalen und cloudbasierten Quantenprozessoren, darunter IBMs Quantum System Two und Quantinuums System Model H2, und unterstützt hybride Algorithmen für Quantenchemie, Materialwissenschaft und computergestützte Ingenieurwissenschaften (Computer-Aided Engineering).

Quelle: RIKEN Center for Computational Science

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.