Quantum Tech Digest: HRL demonstriert in „Nature“ einen autonom arbeitenden Quantenprozessor auf Siliziumbasis, IBM und Algorithmiq demonstrieren vertrauenswürdigen Quantenvorteil

Drei Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute deine Aufmerksamkeit verdienen – zusammengestellt von unserem Redaktionsteam.

HRL Laboratories zeigt einen selbstständig arbeitenden Silizium-Quantenprozessor

HRL Laboratories hat in Nature einen Meilenstein veröffentlicht: einen 18-Qubit-Silizium-Quantenprozessor, der sich selbst steuert und Fehlerkorrektur (Error Correction) eigenständig ausführt – ohne Echtzeit-Beteiligung von Elektronik bei Raumtemperatur. Das System kombiniert den Qubit-Chip mit einem eigens entwickelten CMOS-Steuerchip, der direkt im Kryostaten bei 4 Kelvin arbeitet und über ein supraleitendes Bandkabel angebunden ist, das Steuersignale überträgt und gleichzeitig den Wärmeeintrag zu den Qubits minimiert. Die Architektur erreichte zehnfach geringere Steuerfehler als frühere Demonstrationen dieses Qubit-Typs und zeigte eine rund fünffache Fehlerunterdrückung, je mehr Qubits dem Repetitionscode hinzugefügt wurden – das erste Mal, dass Fehlerkorrektur vollständig von einem kryogenen Controller ausgeführt wurde.

Quelle: Nature

IBM und Algorithmiq demonstrieren Quantenvorteil mit neuem Vertrauens-Framework

IBM und das finnische Quantensoftware-Unternehmen Algorithmiq haben bei einer Simulation heterogener Quantenmaterie einen Quantenvorteil nachgewiesen, der auch acht Monate nach der ursprünglichen Veröffentlichung noch immer die besten verfügbaren klassischen Methoden übertrifft. Die Partner stellten ein Framework für vertrauenswürdige Quantenberechnungen vor, das Ergebnisse zertifiziert, selbst wenn kein klassischer Computer diese unabhängig überprüfen kann. Dabei werden kontrollierte Rauschmanipulation, geräteübergreifende Ausführung und unvoreingenommene Fehlerminderung mit quantifizierter Unsicherheit kombiniert. Algorithmiq stellt der Forschungsgemeinschaft zudem seinen besten klassischen Benchmark für die Simulation des molekularen Grundzustands zur Verfügung und lädt externe Forscher dazu ein, das Quantenresultat zu erreichen oder zu übertreffen.

Quelle: IBM Newsroom

EY Canada ergänzt seine 3-Milliarden-Dollar-Zukunftstechnologie-Offensive um einen eigenen Quantencomputer

EY erweitert seine globalen Quantencomputing-Kapazitäten um einen firmeneigenen Quantencomputer, geführt von EY Canada, als Teil einer umfassenderen Investition von mehr als 3 Milliarden US-Dollar in KI und andere Zukunftstechnologien. Der Besitz des Systems im eigenen Haus – statt sich ausschließlich auf cloudbasierten Quantenzugang zu verlassen – soll EY dabei helfen, hochsensible Workloads wie Optimierung, Betrugserkennung, Datenschutz und umfangreiches Risikomanagement innerhalb kanadischer Landesgrenzen zu verarbeiten und damit strengere regulatorische, sicherheits- und datenschutzrechtliche Anforderungen zu erfüllen. Das System wird in die bestehende KI-Plattform von EY, ey.ai, integriert und verbindet so Quanten-Rechenleistung mit den unternehmenseigenen Werkzeugen zur Entscheidungsintelligenz.

Quelle: EY Canada

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.