Quantum-Tech-Digest: Alice & Bob meldet mehrstündige Bit-Flip-Lebensdauern auf 12-Qubit-Cat-Chip, IDEMIA erhält erste EMVCo-Zertifizierung für Post-Quanten-Zahlungskarten

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

Alice & Bob meldet Bit-Flip-Lebensdauern von bis zu mehreren Stunden bei seiner Cat-Qubit-Hardware

Alice & Bob hat ein technisches Update veröffentlicht, das Bit-Flip-Lebensdauern von mehr als einer Stunde bei der Cat-Qubit-Hardware des Unternehmens beschreibt. Auf einem Einzel-Kavitäten-Testgerät mit durchschnittlich 11 Photonen wurden bei 61 Stunden kontinuierlicher Überwachung 41 Bit-Flips registriert – das ergibt eine mittlere Lebensdauer im Ruhezustand (Idle) von 44 Minuten (95-%-Konfidenzintervall: 33–60 Minuten). Auf dem 12-Qubit-Prozessor Helium 2 nennt das Unternehmen für einzelne Cat-Qubits Lebensdauern von etwa drei bis vier Stunden (in den genannten Beispielen 189 bis 252 Minuten) bei 11 bis 16 Photonen. Das Einzel-Qubit-Gerät zeigte zudem eine Phase-Flip-Lebensdauer von 420 Nanosekunden und eine Z-Rotations-Gate-Fidelity von 94,2 % in 26,5 Nanosekunden. Es handelt sich um Idle-Werte und Herstellerangaben: Solche Lebensdauern auch während Zwei-Qubit-Gattern zu halten, ist die nächste Hürde. Der Einzel-Qubit-Wert entspricht dem Ergebnis in der Größenordnung von einer Stunde, das Alice & Bob erstmals im September 2025 vorgestellt hatte – neu sind also vor allem die Multi-Qubit-Daten auf Helium 2.

Quelle: Technischer Blog von Alice & Bob, „A Cat Qubit That Jumps Every Hour“

IDEMIA Secure Transactions erhält die erste EMVCo-Zertifizierung für eine Post-Quanten-Zahlungskartenplattform

IDEMIA Secure Transactions gibt an, als Erstes eine Sicherheitszertifizierung von EMVCo, dem Standardisierungsgremium der Zahlungsbranche, für eine Kartenplattform erhalten zu haben, die Post-Quantum-Kryptografie (PQC) und Crypto-Agility-Dienste (Krypto-Agilität) integriert. Die Plattform kombiniert ein Secure Element mit einem dedizierten PQC-Beschleuniger, IDEMIAs Sphere-PQC-Bibliothek mit den von der US-Behörde NIST (National Institute of Standards and Technology) standardisierten Algorithmen ML-KEM und ML-DSA sowie ein zertifiziertes Java-Card-Betriebssystem, das Algorithmus-Updates im Laufe der Zeit erlaubt. Ziel ist es, Banken auf Quantenbedrohungen vorzubereiten und zugleich mit den heutigen Zahlungsabläufen kompatibel zu bleiben. Größere Post-Quanten-Schlüssel und -Signaturen belasten die Latenz beim kontaktlosen Bezahlen; für einen breiten Einsatz müssen sich daher auch Kassenterminals (Point-of-Sale, POS) anpassen. Die Angaben stammen vom Unternehmen; den genauen Zertifizierungsumfang sollte man am besten in EMVCos eigener Liste prüfen.

Quelle: Pressemitteilung von IDEMIA Secure Transactions

Wolfspeed bringt transparentes Siliziumkarbid auf den Markt – für Augmented Reality und Quantencomputing

Wolfspeed hat seine Technologie für transparentes Siliziumkarbid (TSiC) kommerziell eingeführt: optische Substrate mit sehr geringer Lichtabsorption und hoher Wafer-Ebenheit, die zunächst auf Wellenleiter für Augmented Reality (AR, erweiterte Realität) zielen. Das Unternehmen verweist auch auf Quantencomputing: Siliziumkarbid könne Qubits beherbergen, deren Quantenzustände bewahren und Quanteninformation als Licht übertragen – alles in einem einzigen Kristall. Wolfspeed arbeitet nach eigenen Angaben an 200-mm-Substraten in optischer Qualität und entwickelt 300-mm-TSiC für künftige Anforderungen. Der Quanten-Aspekt ist ein Zukunftsversprechen: Die Ankündigung nennt keine Leistungsdaten für Qubit-Bauelemente auf TSiC-Basis, das nähere Ziel ist AR.

Quelle: Semiconductor Today (berichtet über die Wolfspeed-Mitteilung)

Südkorea nimmt Supercomputer Hangang in Betrieb und plant 2027 eine Quanten-Anbindung

Südkoreas sechster nationaler Supercomputer Hangang ist nun voll in Betrieb; die Einweihung fand am 2. November am Sitz des Korea Institute of Science and Technology Information (KISTI) in Daejeon statt, gemeinsam mit dem Ministry of Science and ICT (MSIT). Das System kombiniert 8.496 GPUs, darunter GH200-Chips von Nvidia, mit 9.936 CPUs und bietet die 24-fache theoretische Leistung des Vorgängers Nurion sowie eine direkte Flüssigkeitskühlung, die die Power Usage Effectiveness (PUE, Energieeffizienz-Kennzahl) auf rund 1,15 nach zuvor 1,35 senkt. Die Regierung erwartet eine Platzierung unter den Top 10 der kommenden weltweiten Rankings und will Hangang im ersten Halbjahr 2027 mit einem Quantencomputer zu einem Hybridsystem verbinden; zu Hersteller oder Spezifikation der Quantenseite nennt der Bericht nichts. Der reguläre Betrieb beginnt am 16. Dezember.

Quelle: The Quantum Insider (unter Berufung auf Seoul Economic Daily)

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.