Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute deine Aufmerksamkeit verdienen – zusammengestellt von unserem Redaktionsteam.

IBM und University of Chicago demonstrieren verifizierten Quantenvorteil
IBM und Forschende der University of Chicago (UChicago) haben eine Demonstration vorgestellt, die die lang gesuchten Kriterien für einen Quantenvorteil erfüllt: eine Berechnung, die klassische Simulationsmethoden übertrifft und gleichzeitig unabhängig überprüfbar ist. Mit einer neuen Fehlerkorrekturmethode kodierte das Team 70 logische Qubits und führte 2.415 logische Zwei-Qubit-Operationen sowie 468 logische „T-Gatter“ aus – bei logischen Fehlerraten, die etwa zehnmal niedriger lagen als die zugrunde liegende physikalische Fehlerrate. Die in der Arbeit „Sampling hard circuits with verifiably high fidelity“ beschriebene Berechnung war nach rund 15 Minuten abgeschlossen – eine Aufgabe, für die laut Team selbst die besten verfügbaren klassischen Simulationsmethoden unverhältnismäßig lange Laufzeiten bräuchten. IBM-Forschungsdirektor Jay Gambetta bezeichnete dies als Bestätigung, dass Quantencomputing nun in eine „Quantum-Advantage-Ära“ eingetreten sei, die Entwicklerinnen und Entwicklern eine neue Vertrauensgrundlage gibt, während die Systeme weiter skalieren.
Quelle: IBM Newsroom
IonQ meldet Rekordumsatz im zweiten Quartal 2026, schließt SkyWater-Übernahme ab
IonQ hat für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 80,1 Millionen US-Dollar gemeldet – ein Plus von 287 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits das fünfte Rekordquartal in Folge für das Unternehmen für Ionenfallen-Quantencomputer. Internationale Kundschaft steuerte rund die Hälfte des Quartalsumsatzes bei, kommerzielle Kundschaft etwa 60 Prozent, während das organische Wachstum mit 132 Prozent über dem eigenen Jahresziel lag. IonQ schloss im Quartal zudem die zuvor angekündigte Übernahme des Halbleiter-Auftragsfertigers SkyWater Technology ab – ein Deal, der laut Unternehmen die erste vertikal integrierte Full-Stack-Quantenplattform schafft. Angesichts der starken Zahlen hob IonQ seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 280 bis 290 Millionen US-Dollar an.
Quelle: IonQ Investor Relations
Rigetti, HPE und Pittsburgh Supercomputing Center bauen Hybrid-Testbed „TangleLab“
Das Unternehmen für supraleitende Quantencomputer Rigetti Computing baut seine Partnerschaft mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) und dem Pittsburgh Supercomputing Center (PSC) aus, um gemeinsam „TangleLab“ zu errichten – ein Hybrid-Testbed aus Quanten- und klassischer Rechentechnik, finanziert durch einen 5-Millionen-Dollar-Zuschuss der National Science Foundation (NSF). Rigetti liefert dafür ein 9-Qubit-Novera-Quantenprozessorsystem, das HPE mit seiner Hochleistungsrechen-, Speicher- und Netzwerktechnik integriert; das PSC vergibt die Rechenzeit an Forschende und Lehrkräfte über ein wettbewerbliches Antragsverfahren und bietet zusätzlich Schulungen und Einführungsangebote. Der Bau soll am 1. September 2026 im neuen Rechenzentrum des PSC beginnen, der Vollbetrieb ist für 2027 geplant.
Quelle: GlobeNewswire (Rigetti-Pressemitteilung)
UC San Diego erhält 18-Millionen-Dollar-NSF-Zuschuss für neues Forschungszentrum für Quantenmaterialien
Die University of California San Diego (UC San Diego) erhält einen auf sechs Jahre angelegten NSF-Zuschuss über 18 Millionen US-Dollar für ein neues Materials Research Science and Engineering Center (MRSEC), das sich auf Quantenmaterialien konzentriert – Materialien, deren Eigenschaften auf quantenmechanischen Wechselwirkungen beruhen und die etwa für stromsparendes Computing, sichere Kommunikation, Sensorik und medizinische Diagnostik infrage kommen. Das Zentrum, ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs School of Engineering und der School of Physical Sciences der UC San Diego, verfolgt zwei Forschungsschwerpunkte: Quanten-Metamaterialien im Nanometerbereich für optisches Computing sowie chemisch maßgeschneiderte zweidimensionale Übergitter-Materialien für die Elektronik der nächsten Generation. Es ist eines von sechs neuen MRSEC-Zentren, die die NSF im Rahmen einer 108-Millionen-Dollar-Förderrunde für Materialwissenschaften bewilligt hat, und baut auf dem ersten MRSEC der UC San Diego aus dem Jahr 2020 auf.
Quelle: UC San Diego Today
Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.
