Quantum-Tech-Digest: IBM verbindet zwei 120-Qubit-Prozessoren mit 99 % Zustandstransfer-Fidelity, Intel will Classiq übernehmen

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

Illustrative KI-generierte Grafik
Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

IBM verbindet zwei 120-Qubit-Prozessoren über supraleitende Kabel

Forschende am Thomas J. Watson Research Center von IBM berichten, zwei 120-Qubit-Prozessoren vom Typ Nighthawk R1 mit vier Aluminium-Koaxialkabeln von jeweils rund 80 Zentimetern Länge verbunden zu haben. Quantenzustände wurden über die Verbindungen mit durchschnittlich 99 % Fidelity (beste Verbindung: 99,29 %) übertragen; vollständige Controlled-Z-Gatter zwischen Qubits auf getrennten Chips erreichten im Mittel 94,75 %. Verdrahtet und gemessen wurde nur eine Teilmenge der Qubits in der Nähe der Verbindungen; laut den Autoren sind für die Skalierung noch bessere Kohärenz der Qubits, magnetische Abschirmung und höhere Fertigungsausbeute (Yield) nötig. Die Arbeit ist ein Preprint auf arXiv und wurde noch nicht begutachtet.

Quelle: arXiv-Preprint „Meter-scale quantum interconnects between large quantum processors“

Intel will Quantensoftware-Anbieter Classiq übernehmen

Intel hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Classiq angekündigt, deren Plattform Quantenschaltkreise automatisch aus High-Level-Beschreibungen synthetisiert. Intel zufolge wird die Quantum Computing Group damit zu einem Full-Stack-Geschäft: Classiqs Software trifft auf Intels Silizium-Spin-Qubit-Chips und kryogene Steuerelektronik. Die Plattform von Classiq soll weiterhin mit anderen Qubit-Technologien kompatibel bleiben. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden; finanzielle Konditionen waren in dem von uns gesichteten Material nicht enthalten.

Quelle: Intel Newsroom

OpenAIs behauptete Widerlegung der Exponential Time Hypothesis geht in externe Prüfung

OpenAI gibt an, ein KI-generierter Beweis widerlege die Exponential Time Hypothesis (ETH) – eine weit verbreitete Annahme darüber, wie schwer bestimmte Logikprobleme zu lösen sind – und sei im Beweisassistenten Lean geprüft worden. Unter anderem Russell Impagliazzo und Ramamohan Paturi von der University of California, San Diego sowie Ryan Williams vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) sollen das Ergebnis überprüfen und erläutern. Der Quantenbezug ist indirekt: Manche Argumente zur Schwierigkeit, Quantenschaltkreise klassisch zu simulieren, beruhen auf verwandten Annahmen – ein widerlegender Beweis liefert aber nicht automatisch einen schnellen, praktisch nutzbaren Algorithmus. Zudem hat OpenAI behauptete Existenzbeweise für Quantenfeldtheorien angekündigt, darunter die reine Yang-Mills-Theorie; sie decken nur einen Teil des Yang-Mills-Problems des Clay Mathematics Institute ab und warten ebenfalls auf unabhängige Prüfung.

Quelle: OpenAI-Ankündigung

New-York-Studie sieht den Bundesstaat bei Quantentechnologie auf Platz zwei der USA

Eine Landscape-Studie, die von der Innovationsabteilung NYSTAR der Behörde Empire State Development in Auftrag gegeben und von The Quantum Insider erstellt wurde, zählt in New York 134 aktive Organisationen, 219 Forschungsgruppen und 734 Patentfamilien mit Quantenbezug – in allen drei Kategorien liegt der Bundesstaat damit hinter Kalifornien auf Platz zwei. Gouverneurin Kathy Hochul zufolge sollen die Ergebnisse die Verwendung der 360 Millionen Dollar des Bundesstaats für Quantentechnologie lenken: 300 Millionen Dollar für ein Forschungs- und Innovationszentrum an der Stony Brook University und 60 Millionen Dollar für bis zu vier regionale Kommerzialisierungszentren. Laut Studie könnte die Investition bis 2036 wirtschaftliche Aktivität von 2,3 bis 5 Milliarden Dollar stützen.

Quelle: Büro von Gouverneurin Kathy Hochul

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.