Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen — eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

Diraq und Dell Technologies testen hybrides Quanten-HPC-System in Sydney
Diraq, ein Sydney-ansässiger Entwickler von Silizium-Spin-Qubit-Quantenprozessoren, und Dell Technologies haben eine technische Kooperation angekündigt, um Diraqs Silizium-Quantenprozessoren (QPUs) mit klassischer High-Performance-Computing- (HPC-) und KI-Server-Infrastruktur zu verbinden. Dell hat einen eigenen HPC-Servercluster direkt in Diraqs Labor in Sydney installiert, physisch neben der Quantenhardware, um Steuerungs-Loops mit möglichst geringer Latenz zwischen beiden Systemen zu ermöglichen. Diraq-Gründer und CEO Andrew Dzurak und Dell Global CTO John Roese erklärten, die erste Arbeitsphase konzentriere sich auf hybride Workflow-Orchestrierung — etwa die automatisierte Kalibrierung, Feinabstimmung und Fehlerkorrektur von Qubits — mit Zielanwendungen in groß angelegter Optimierung, Lieferkettenlogistik, Finanzmodellierung und KI-gestützter Wirkstoffforschung. Da Diraqs Qubits mit Standard-CMOS-Halbleiterprozessen gefertigt werden, sehen die Partner darin einen Vorteil für die Integration in klassische Rechenzentren gegenüber anderen Quantenhardware-Plattformen.
Quelle: HPCwire
IBM senkt Fehlerkorrektur-Aufwand um das 63-Fache mit neuer „Spacetime“-Methode
Forschende von IBM Quantum haben Spacetime Probabilistic Error Cancellation (Spacetime PEC) vorgestellt, ein hybrides Fehlerkorrektur-Framework, das probabilistische Fehlerauslöschung (Probabilistic Error Cancellation) mit nachträglich gefilterter Quantenfehlererkennung (Quantum Error Detection) kombiniert. Indem die Methode modelliert, wo und wann Fehler in einer Schaltung auftreten, erfasst sie auch verbleibende Fehler, die eine einfache Nachselektion übersehen würde. Getestet auf IBMs 27-Qubit-Heavy-Hex-Prozessor „ibm_aachen“ bei der Simulation eines transversalen Ising-Modells senkte der kombinierte Ansatz den geschätzten Stichprobenaufwand (Sampling Overhead) um bis zu das 63-Fache gegenüber reiner Fehlerminderung — 3,7-fach bei zwei Trotter-Schritten, 15,9-fach bei vier und 63-fach bei sechs. Das Ergebnis schlägt eine durchgehende Brücke zwischen kurzfristiger Fehlerminderung und vollständig fehlertoleranter Quantenberechnung (Fault-Tolerant Quantum Computing).
Quelle: IBM Quantum
GlobalFoundries sichert sich 375-Millionen-Dollar-CHIPS-Förderung für Quantenchips
GlobalFoundries und das US-Handelsministerium (U.S. Department of Commerce) haben eine Forschungsförderung in Höhe von 375 Millionen US-Dollar im Rahmen des CHIPS Act (Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors Act, verwaltet über das CHIPS Research and Development Office) final vereinbart, um die Quantum Technology Solutions-Sparte des Unternehmens auszubauen. GlobalFoundries kann die Mittel über fünf Jahre abrufen, gekoppelt an Meilensteine, und will sie in kryogene CMOS-Technologien, fortschrittliches Packaging und heterogene Integration investieren — mit dem Ziel, Quantencomputing-Unternehmen den Sprung von der Prototypenentwicklung zur Fertigung im kommerziellen Maßstab in den USA zu erleichtern. Das Unternehmen hat zudem separat eine Absichtserklärung über 300 Millionen US-Dollar mit demselben CHIPS-Büro geschlossen, um die Forschung an Silizium-Photonik zu beschleunigen.
Quelle: GlobalFoundries
Fortaegis Technologies sammelt 50 Millionen US-Dollar in Series-A-Runde für quantensichere Secure Compute
Das in Amsterdam ansässige Unternehmen Fortaegis Technologies hat eine überzeichnete Series-A-Runde über 50 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt vom wiederkehrenden Investor Serendipity Capital, mit strategischer Beteiligung von TEL Venture Capital (dem Venture-Arm von Tokyo Electron), ASML, TNO und Prodrive Technologies, zusammen mit mehreren weiteren Venture-Investoren. Die hardwarebasierte Secure-Compute-Architektur des Unternehmens gewinnt kryptografische Entropie aus mikroskopischen Fertigungsschwankungen im Silizium, um bei Bedarf quantenresistente Verschlüsselungsschlüssel zu erzeugen, ohne diese dauerhaft auf dem Chip zu speichern — ein Schutz sowohl gegen KI-Workload-Bedrohungen als auch gegen Post-Quanten-„Harvest now, decrypt later“-Angriffe. Fortaegis, dessen Vorsitz Quantinuum-Gründer Ilyas Khan innehat, will die Mittel nutzen, um den FPGA-Einsatz zu skalieren und eine kundenspezifische ASIC-Pipeline für Rechenzentrums-, Verteidigungs- und Telekommunikationskunden voranzutreiben.
Quelle: Fortaegis Technologies
Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

